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Ein Interview mit Ralf König, dem Schöpfer und Herr der versauten Knollennasen.

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MasterMarc: Hallo Ralf. Toll mit dir zu quatschen. Als ich dich betreffend des Interviews angefragt habe, sagtest du mir: “Endlich mal wieder was unseriöses.”. Macht Bekanntheit und Erfolg einem oder die Welt um einen herum seriös, langweilig und bieder? Ich kann nur hoffen, dass dem nicht so ist, denn eigentlich steht uns ja ein kinky Interview bevor. 🙂

Ralf König: Na, seriös heisst nicht zwangsläufig langweilig und bieder. Aber ich rede halt nach 35 Jahren schwulen Comics auch mit der FAZ und der Süddeutschen, was prima ist, aber ursprünglich komm ich ja von den Undergroundcomix. Die schweinischen Comics, die mich 1971 als Pubertierenden auf dem katholischen Dorf gekickt haben, hiessen ‘Fritz the Cat’ von Crumb oder ‘Den’ von Corben. Underground gibt’s heute in dem Sinne nicht mehr, aber eine Online-Fetisch-Seite kommt dem womöglich recht nahe. Also mal gucken, wie kinky das hier wird.

MasterMarc: Schweinische Anfänge hört sich ja schon mal nicht schlecht an. Underground und somit speziell zu sein war in Zeiten, als wir Schwule entweder Pfarrer wurden oder gesellschaftlich nicht existent waren. doch viel einfacher, da musste man sich versteckt treffen. Heute nimmt uns die gesellschaftliche Akzeptanz ja irgendwie den Wind aus den Segeln der Coolheit. Und auch 50 Shades of Grey lässt unsere Szene irgendwie Mainstream werden. Ich beklag mich da nicht darüber, aber der Village-People-Fetisch, ein Pool aus Klischees aus dem auch du dich für deine Figuren bedient hast, gehört der Vergangenheit an. Wo findest du denn jetzt die neuen Stereotypen, die du für deine Comics überzeichnen kannst?

Ralf König: Also, wenns um die schwule Szene geht, sehe ich immer noch die gleichen Stereotypen wie eh und je, nur inspiriert mich das nicht mehr wirklich. Ich glaube, die Zeiten der Avantgarde sind genauso vorbei wie die des Underground. Kulturell haben die Schwulen sich durchgesetzt und erreicht, was es zu erreichen gab. Was bei John Waters und Tom of Finland noch neu und aufregend war, ist heute eher altbekannt, wen interessieren noch Drag Queens? Und viel Neues entsteht nicht mehr. Im Gegenteil, sie klammern sich an ihre Klischees, ich empfinde die schwulen Medien schon lange als sehr selbstbegrenzt. Ok, ich gehöre womöglich auch nicht mehr zur Zielgruppe, ich bin gerade 55 geworden, da hat man schon einiges gesehen, was man schon mal gesehen hat. Mein neues Buch heisst ‘Porn Story’, da geht es vor allem um Heteros. Weil ich zu schwulem Porno nicht viel zu erzählen wüsste. Zwei oder mehrere Männer treiben es lustig vor der Kamera, na und? Heteroporno ist weit konfliktträchtiger, die Männer finden’s geil, die Frauen widerlich, jedenfalls dem Stereotyp nach. Und schon ist was los.

MasterMarc: Das hab ich gelesen und ich fragte mich, ob du in einem freikirchlichen Umerziehungslager warst und Heilung erfahren hast. 🙂 Denn Möpse und Fotzen zu zeichnen, ist ja wohl nicht einfacher als geile Schwänze. 🙂 Wo liegt denn in deinen Augen das Konfliktpotenzial beim Heteroporno?

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Porn-Story, Rowohlt

Ralf König: Ich hatte nie was gegen Heteros, ich hab mit elf im Nachtschrank meines Vaters Wixmagazine und Super 8 Pornos entdeckt, das hat mich geprägt. Klar fand ich die Typen geil und die Frauen nicht so, aber das minderte nicht die Faszination, und ich gehörte nie zu den mösophoben Schwulen, die Pickel kriegen, wenn sie ne nackte Frau sehen. Aber ich hab in dem Buch auch keine “Möpse und Fotzen” gezeichnet, nicht weil ich’s nicht kann oder Hemmungen hätte, sondern weil ich die Idee hatte, meinem österreichischen Zeichnerkollegen Nicolas Mahler als Gastauftritt den Job zu überlassen. Ich wollte, dass es in dem Buch um heterosexuelle Nasen geht, die mit Pornos ihre Probleme haben, aber der Porno selbst sollte eine Art Fremdkörper sein, etwas, was in deren Leben normalerweise nicht reingehört. Mahler zeichnet sehr minimalistisch, und sehr komisch, finde ich, selbst wenn er Hardcore zeichnet, kann es gar nicht wirklich versaut sein. Es geht also um eine Familiengeschichte, die männlichen Vertreter vom Opa bis zum Enkel gucken Pornos und die Frauen finden das eklig. Es kommt auch eine schwule Geschichte vor, aber die ist diesmal bewusst im Hintergrund. Das Konfliktpotential ist, dass Männer in der Regel von Sex eine andere Erwartung und andere Phantasien haben als Frauen. Da haben wir diesen Geschlechterkrieg. Viele Männer sind mit Frauen zusammen, die ungern blasen oder die sich entwürdigt fühlen, wenn’s mal heftiger zur Sache geht. Das sind natürlich Klischees und es gibt auch richtig schweinische Frauen, aber vor denen haben die Kerle dann womöglich wieder Angst. Heterosexualität lebt vom Gegensatz, dagegen sind sich Schwule und auch Lesben untereinander viel schneller einig. Zur Komödie bzw. zu Comics eignet sich eher der Konflikt. Und nach 35 Jahren hab ich zu schwulem Sex auch so ziemlich alles gesagt.

MasterMarc: Ich kenne auch einige Hetero-SM-ler. In meinen Augen ist das ganze bei den Heteros viel verspielter. Bling-Bling, Kerzen und Deko sind viel wichtiger als bei uns. Wir sind da bedeutend animalischer. Wohl ein wenig wie dein Illustrator-Kollege Mahler minimalistischer im Umfeld aber, aber im Gegensatz zu ihm, direkt, schmutzig und versaut. Ich denke das trägst du auch in dir. Seh ich das falsch und bist du froh, den Geschlechterkrieg nur zu zeichnen statt zu leben?

Ralf König: Dass Heteros ‘verspielter’ drauf sind, mag sein, dieses Fifty Shades of Grey-Ding. Aber SM ist ja ein weites Feld. Es gibt Heteropornos, da nehmen die Typen keine Gefangenen. Dieser James Deen zum Beispiel ist ein echter Star in Amerika, der sieht smart aus und die Frauen fliegen auf den, aber in den Filmen geht es dermassen heftig ab, wie ich es bei schwulen Pornos selten gesehen habe. Und danach strahlen die Mädels völlig durchgenudelt in die Kamera und fanden das toll. Obwohl währenddessen grosses Gejammer war. Und warum sollten Frauen auch nicht so drauf sein? Es ist ein Rollenspiel. Auf Deiner Seite hab ich den Text von einem ‘Sklaven’ gelesen. Das ist eine Phantasie, wenn man in die reale Welt guckt, ist Sklaverei etwas ganz anderes, sicher nichts Genüssliches. Und ich selbst, naja, ich hatte meine wilden Jahre. Die Neunziger hab ich ziemlich hemmungslos ausgekostet, ich wusste also durchaus, wovon ich da zeichne. Ich denke, das merkt man auch. Es gibt Comiczeichner, die ihre nackten Frauen zeichnen, aber man hat den Eindruck, sie hätten nie wirklich guten Sex gehabt. Alles ein bisschen verklemmt.

MasterMarc: Ui, diesen James Deen muss ich wohl gleich mal googeln 🙂 Irgendwie regt mich dieses im Abspann des harten Pornos freundschaftliche zusammensitzen auf. Dieses “Ui, es war so toll und er ist so ein Lieber!” ist doch Mist. Dass es einvernehmlich ist, setz ich voraus. Das macht doch die Stimmung und das Kopfkino mit der eigenen Fortsetzung kaputt! Ich hoffe du fängst nicht an am Ende des Comics über Seiten zu erklären, dass das ganze nur gezeichnet war und deine geilen Typen eigentlich verkleidete biedere Hausfrauen sind. 🙂 

Ralf König: Dass es einvernehmlich ist, kannst du bei schwulen Pornos zu 98% voraussetzen, bei Heteros ist das anders, da geht’s nicht selten übel zur Sache. Vielleicht wird darum am Ende in die Kamera gekichert, um zu zeigen: Alles in Ordnung, macht euch keine Sorgen!

MasterMarc: Mir war klar, dass du mehr Paul als Konrad bist. Und – sind es auch die bärtigen, muskulösen, haarigen Bauarbeiter-Typen, die dich wild machen?  

Ralf König: Mit dem älter werden beruhigt sich das allmählich mit dem wild werden, aber ja, es waren meistens die behaarten Typen, die mich zum winseln bringen. Da hab ich schon einige Male den Verstand an der Garderobe abgegeben und kam ziemlich gerupft aus solchen Beziehungen raus. Also, wenn das ein Fetisch ist, dann hab ich ihn wohl. Es gab mehr als einen Kandidaten, bei denen konnte ich mich beim Wiedersehen kaum aufs Gespräch konzentrieren, weil da die Haare oben aus dem Hemd guckten. Wir mussten erst ficken, dann ging’s… für ungefähr ne halbe Stunde. Aber Bauarbeiter und muskulös muss gar nicht sein, und ich stehe eher auf Typen, die deutlich kleiner sind als ich. Diese ‘Paul’-Typen. Aber Haare überall haben mich immer ausgegongt.

MasterMarc: Du kokettierst zwar mit deinem Alter, aber wenn man dich sieht, dann kann ich mir zwar vorstellen, dass du ein wenig ruhiger geworden bist, aber dass es noch immer wilde Zeitfenster gibt. Hast du mal überlegt, was dich an der Körperbehaarung des anderen so aufgeilt? 

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Im Chains, 1993 | Foto: Vahlefeld

Ralf König: Wohl kindliche Prägung. Mein Sportlehrer war behaart, der erste Pornofilm, den ich mit elf sah, zeigte auch son haariges Tier im Hawaii-Hemd. Keine Ahnung, wie solche Vorlieben sich entwickeln. Ich finde auch unbehaarte Männer geil, aber so richtig geknallt hat’s meistens mit solchen Typen, wie ich sie in den Comics zeichne. Und ich kokettiere nicht mit meinem Alter. Ich leide! Bis 45 hatte ich kein Problem, aber nun geht man auf die 60 zu. So richtig spassig ist das nicht mit dem körperlichen Niedergang! Themenwechsel. Fetisch. Nun mal kinky hier!

MasterMarc: Gibt es noch andere Auslöser für eine total einnehmende Geilheit? Andere Fetische?

Ralf König: Jetzt wirds psychologisch. Selbstbewusstsein bis zur Arroganz macht mich an. Der begehrte Kerl, der weiss, was er will und es sich nimmt. Damit bin ich ja nicht allein, viele Schwule suchen den echten Macho. Sexuell ist das ja auch unschlagbar, zwischenmenschlich eher nicht. Und Pheromone! Ich hasse es, wenn ein Mann sich mit Parfüm bestäubt oder sich mit dem Deoroller unter die auch noch rasierten Achseln geht! Aber sonst, ich bin zwar lange in knartschenger Lederhose oder Chaps zu den Events gefahren, ‘Kerle vor die Säue’ in Köln oder das jährliche Ledertreffen auf der Cap San Diego in Hamburg. Da hab ich auch hemmungslos rumgemacht, aber die Lederklamotten haben mich nicht wirklich interessiert. Leder war nur die Eintrittskarte zu etwas heftigerem Sex, aber meistens reagierte ich eher auf den harmlos aussehenden Typen in Jeans und Sneakers, der da etwas unsicher in der Ecke stand. Wenn einer schon ‘Geile Sau’ auf der Glatze stehen hatte, fand ichs eher langweilig.

MasterMarc: Im Punkt mit der Fetischkleidung sind wir uns ähnlich. Es ist für mich eher ein Dresscode als Vergnügen. Ein Lustgewinn hatte ich bisher dahingehend bei Leder wenig. Und ja, es ist psychologisch. Wenn es um Dominanz und Unterwerfung geht, dann spielt sich doch das meiste im Kopf ab.  Du warst Ende 80er und in den 90ern auf grosser Pirsch. Also ein Kind der Darkräume, Ledertreffen und später Technoparties? Wie war das denn mit der steigenden Bekanntheit. Hatten da die Kerle, als sie dich dann erkannten, nicht plötzlich Angst im nächsten Comic einen unvorteilhaften Gastauftritt zu erhalten?

Ralf König: Ich hab das ignoriert. Als das losging mit ‘Der bewegte Mann’ erkannten mich die Jungs manchmal und tuschelten, aber ich hab mir bewusst vorgenommen, mir von dem Promiding nicht den Spass verderben zu lassen. Also nicht mit Sonnenbrille rumzulaufen und mich beobachtet fühlen. Ich hab weiter auf den Partys genau das getrieben, was ich davor auch getrieben habe, zumal ich denke, dass die Comics ja eindeutig zeigten, dass ich geilen Sex für ne prima Sache halte und dass das niemanden überraschen sollte. Es war manchmal irritierend, wenn mich einer angrinste und ich dachte, der will ficken, aber dann hatte er mich nur als den Zeichner erkannt und wollte gar nichts weiter. Oft wussten die Jungs auch gar nicht, dass ich das bin, die zogen sich nach der Nummer die Schuhe an und sahen an meiner Küchenwand gerahmte Comics von Kollegen, und dann fiel plötzlich der Groschen. Da waren die ganz verdattert, kamen aber gerne wieder, wenn’s erfreulich war. Manchmal versteiften sie aber auch schon vor der Haustür, weil sie erst jetzt den ‘Ralf’ aus Gayromeo mit dem ‘König’ zusammen brachten und trauten sich nicht mehr zu klingeln. Aber ich hab selten 1:1 gezeichnet, was mir so auf der Matratze oder sonst wo mit wem passierte. Da war ich immer diskret. Zumal ich guten Sex nie lustig fand. Ich hab nie verstanden, warum die Tom of Finland-Typen beim Sex immer lachen.

Roy&Al, Männerschwarmverlag
Roy&Al, Männerschwarmverlag

MasterMarc: Geiler Sex ist doch schweisstreibend, intensiv, hart, dann ganz zärtlich, erniedrigend, dann wiederum erhebend, aber lustig ist er wirklich nicht. Wobei ab und zu kann ich mir als Master doch ein fieses Lächeln bei einer Bösartigkeit nicht verklemmen. 🙂 Das eine ist, ob du dich verändert hast, das andere ist aber auch, ob sich deine Gegenüber verändert haben. Deine Werke waren wohl für längere Zeit die weitest verbreitete Toilettenlektüre – neben dem Playboy in Heterohaushalten. Das mit der Toilettenlektüre meine ich alles andere als abwertend. Willst du mir wirklich erzählen, dass sich in der Zeit deine Suche nach Sexualpartnern nicht verändert hat?  Ich hab z.B. das Gefühl dass du dadurch für junge Typen attraktiver wurdest.

Ralf König: Ja, ich kriege oft zu hören, dass meine Comics früher gern auf dem WG-Klo lagen. Heute hängen sie gerahmt in Museen, so kann’s kommen. Ich habe den Zusammenhang zwischen ‘Beruf Comiczeichner’ und ‘Privat Sexpartner’ wirklich selten wahrgenommen, da hab ich offenbar Scheuklappen entwickelt. Am Besten ist es, wenn’s den anderen gar nicht interessiert, was ich mache oder er nie ein Buch von mir gelesen hat. Ich finde dieses ‘bekannt sein’ immer noch irritierend. Einerseits bin ich gern mal die Rampensau, aber dann möchte ich mich auch immer wieder zurückziehen und gar nichts damit zu tun haben.

MasterMarc: Das mit den Museen ist eine Ehre, die du dir auch verdient hast. Aber wo findest du deine Comics passender, wo gab es die grösseren Lacher? In den Museen oder auf den WG-Klos?

Ralf König: Mir egal, Hauptsache, die Leute kaufen die Bücher! Ich höre allzu oft, dass jemand damals meine alten Sachen geil fand, ‚Beach Boys’,  ‚Bullenklöten’ und so, aber dass er nicht mehr verfolgt, was ich inzwischen so mache. Das frustriert, ich finde meine heutigen Comics nicht schlechter, im Gegenteil, aber das mit den Schwulcomix in den 90ern war auch ein Schuss Zeitgeist.

Das mit den Museen hat sich derzeit beruhigt. Ich wurde jahrelang von Haus zu Haus gereicht, seitdem das Museum Ludwig in Oberhausen die erste grosse Ausstellung gewagt hat und es sehr erfolgreich war. Ich hing anschliessend in Basel, Frankfurt, Hannover, Berlin, Kassel, Köln usw. Nun werden Museen, die Comics und Cartoons für Kunst halten, langsam weniger.

MasterMarc: Haben sich deine Comics verändert oder hat sich der Künstler verändert, dass dein Werk von den Klos in die Museen umziehen musste? Und welcher Art ist diese Veränderung?

Ralf König: Ich denke, mein Ausflug in die Religionsverwurstung hat entschieden dazu beigetragen, dass ich auch von ‘seriöser’ Seite wahrgenommen wurde. Das fing an, als ich für die FAZ den Strip ‘Prototyp’ gezeichnet hatte, da gings um Adam und den Biss in den Apfel und es gab neben viel Beifall auch wütende Abo-Kündigungen von religiös Empörten. Was mich ziemlich wunderte, ich dachte, das mit Adam und Eva und der Arche Noah wird in unseren Breitengraden nicht ganz so historisch bierernst genommen. Aber dann hab ich mich fünf Jahre mit meinen Büchern mit Gott beschäftigt, ein Thema, zu dem jeder irgendeine Meinung hat und das leider weltweit zunehmend für Aufregung sorgt. Mittlerweile bin ich aber auch damit fertig. Ich war nie gläubig, und so wichtig ist es mir auch wieder nicht. Im Gegenteil, es stösst mich ab. Immer die gleichen hitzigen Diskussionen und Argumente über Gott oder nicht Gott, und wenn ja, welcher? Das unterstreicht für mich die Dummheit der Menschheit.

MasterMarc: Du sprichst mir bezüglich Religionen aus der Seele. Aber besser wir thematisieren hier diesen Fetisch nicht weiter, denn die militanten Extrem-Fetischisten in diesem Bereich haben doch schon einige deiner Berufskollegen in Bredouille gebracht. Oder was denkst du?

Ralf König: Ja, wie gesagt, ich hab inzwischen richtig Widerwillen, über Religiöses zu reden, egal um welchen Gott es geht.

MasterMarc: Schauen wir zum Schluss noch ein wenig nach vorne. Die Porn Story erscheint am 25. September im Rowohlt Verlag. Auf welches Thema dürfen wir uns nach den Hetero-Pornos weiter freuen?

Ralf König: Momentan mach ich mal wieder Kurzgeschichten, fürs schnellere Erfolgserlebnis. Immer diese seitenstarken Comicromane, an denen ich monatelang rumschraube, das schlaucht zuweilen. An ‚Barry Hoden’ habe ich acht Monate gesessen, mit Farbstiften und so, ich mache ja nichts mit dem Computer. Und ich wollte mal einen schweinischen Science Fiction zeichnen. Grad mach ich neue Storys für ein zweites ‘Roy & Al’ Album, die beiden Köter machen doch Spass. Und dann womöglich wieder eine lange Geschichte, Thema Älterwerden, die Tragödie zur Komödie machen ist auch eine Herausforderung. Man muss es ja nehmen, wie es kommt, aber am besten, man nimmt’s mit Humor. Sag ich mal so. Humorlos, wie ich bei dem Thema bin.

MasterMarc: Ui, das kann ich mir vorstellen, dass so ein ganzer Comicroman eine Riesenarbeit ist. Köterchen sind immer gut. Ein Petplay-Comic. 🙂  Dir jedenfalls herzlichen Dank für die Zeit, die du dir genommen hast. Ich jedenfalls werde auch weiterhin die Ralf Königs kaufen und zu Hause, auch ab und zu auf der Toilette, lesen und weniger im Museum danach suchen. 

Barry Hoden, Männerschwarmverlag
Barry Hoden, Männerschwarmverlag

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