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homeBild2-emobcsm003-300x225MasterMarc: Hallo Rick. Ich freu mich, das Thema Breath Control mit jemandem zu besprechen, der auch medizinische Kentnisse hat, denn das Thema ist nicht ganz ungefährlich. Aber darauf kommen wir sicher im Verlauf des Gesprächs zurück. Sag mir doch mal, was macht dich an Breath Controle so an, was sind die Emotionen, die du damit verbindest? 

Rick: An Breath Control macht mich vieles an. Zunächst einmal gibt die Reduzierung von Sauerstoff dem Körper einen natürlichen “kick”… Je näher man an das Ende der Belastbarkeit kommt, um so mehr “versteift” sich der Körper und auch der Penis. Es ist, als ob der Körper noch einmal sein Sperma zu Fortplfanzung abgeben möchte. Was natürlich widersinnig ist, aber so geschieht.
Bei jemanden, der gar nicht auf BC steht, wird das wohl als letztes geschehen, aber auch dort, so sagt wohl die Wissenschaft, kommt es zu einer Erektion.

Was mich aber noch viel mehr anmacht, ist es, dass ich komplett gefesselt, also nicht mehr in der Lage, mich selbst zu befreien, mein Leben und die Entscheidung über mich an meinen Top abgebe.

Mit jedem Atemzug wird der Sauerstoff weniger und der Körper will frischen, doch nur der Master bestimmt, wann es diesen gibt.
Irgendwann kommt Panik, doch die gilt es zu besiegen. Die Herausforderung, die macht mich auch an…

Wie lange halte ich es ohne Panik aus, kann ich meinen Körper und Geist dazu bringen, dass ich es bis zum Ko schaffe? Und dann? Kann ich meinem Master vertrauen, dass er mich rechtzeitig von der Tüte, dem Rebreather, oder der Schwimmkappe befreit?

Das erregt mich!

MasterMarc: Es steht also für dich der Kontrollverlust im Vordergrund. Weshalb ist dieses ausgeliefert sein so ein intensives Gefühl für dich, dass dich geil macht?

Rick: Ich bin in vielen DIngen ein extremer Mensch. Vielleicht ist es am besten mit einem Extremsportler zu vergleichen, der seine Grenzen sucht und immer wieder erweitert.

Ich bin nach außen für Personen, die nicht wissen, dass ich Sklave bin und auf SM stehe, ein sehr dominierender Mensch. Ich dominiere meine Mitmenschen mit Worten und Handeln. Ich mache Dinge einfach oder setze sie anderen vor. Ich war in der Schule immer einer, der der Klasse oder dem Jahrgang Dinge vorgab. Ich bin sehr schnell von Klassen- und Kurssprecherposten zum Schülersprecher gewechselt. Oder in der Uni sehr schnell in der Fachschaft zu dessen Sprecher geworden.

Im Freundeskreis bestimme oft ich, was wir (Freunde und ich) machen und wie. Im Verein versuche ich immer das Alphatier zu sein. Oder auch jetzt im Studium, wenn ich meine Famulaturen mache, bin ich einer, der sich wenig von Schwestern, Pflegern oder auch Assistenzärzten einfach was sagen lässt.

Und genau als Sklave und bei BC bin ich das Gegtenteil. Ich darf mich fallen lassen, ich darf alle Bestimmungen über mich und mein Leben abgeben. Wenn ich Widerworte gebe, gibt es Konsequenzen. Dann kuscht man nicht vor mir, dann muss ich kuschen.

Ich will der devote Part sein. Ich will “gebrochen” werden. Im Leben reicht es oft aus, dass ich (bildlich) mit den Augen klimper und Leute richten sich nach meiner Person. Ich weiß nicht warum… Doch als Sklave will ich genau das nicht.

Btw. Dies ist ein Grund warum es damals oft mit anderen Tops gescheitert ist, eine Beziehung aufzubauen. Die haben zu sehr auf meine “Augen” gehört, als auf ihre Dominanz.

MasterMarc: Gerade starke Jungs zu kontrollieren und zu führen, ist etwas, das richtige Master wirklich anmacht. Wann hast du gemerkt, dass du trotz deiner Wirkung nach aussen, dich eigentlich als devoter Typ siehst, der diese Führung und Konsequenz auch braucht? Und wie kamst du dazu, es auszuleben?

FI_Breath_Control_DeRick: Meine passive Art beim BDSM habe bereits mit der Entdeckung meiner Ader für SM bemerkt. Ich wusste sofort, dass ich der sein möchte, der gefesselt wird und der passive ist. Das war also so mit 14 oder 15 Jahren.

Dass ich aber auch eine Sklavenader habe, kam mit 16/17 Jahren.. Aber das war noch nicht das Interesse, dass ich generell bestimmt werden möchte, sondern das bezog sich einzig auf den Zeitraum einer Session. Ich wollte nur für einen Augenblick abschalten können und mich fallen lassen. Das war eher eine Art Rollenspiel.

So richtig das Gefühl, meine komplette Bestimmung über mich ohne Rollenspiel abzugeben, kam mit 20.. Als ich auch den Blog gestartet habe. Ich lernte zu der Zeit einen Master (nicht meinen heutigen) kennen, der wie ich auf BC steht, aber fast 30 Jahre älter als ich ist. Der forderte mich heraus. Er gab mir an anfangs nur einen kleinen Befehl. Er befahl, dass ich absofort, wenn wir weiter Sessions haben wollten, mich unten herum immer zu rasieren hätte, auch wenn wir uns längere Zeit nicht sehen könnten.
Außerdem war es so, dass ich ohne Worte von ihm, beim Betreten seiner Wohnung, meine Kleidung komplett abzulegen hatte.
Das ist an sich alles nichts großes, aber das war der Schalter, der mir sagte, dass ich es an sich dauerhaft so haben möchte.

Ich möchte gar nicht das Alphatierchen sein, sondern klare Ansagen und mich und mein Sein einem anderen, dem ich vertraue abgeben. Der mich erzieht und weiß zu nutzen.

MasterMarc: Gerade bei Breath-Control ist Vertrauen und Wissen wichtig. Was sind für dich Voraussetzungen, dass du dich auch in diesem Bereich jemandem hingeben kannst, wie kam es zu den ersten Erfahrungen und was waren das für welche?

Rick: Die ersten BC-Erfahrungen unterteile ich in zwei verschiedene Episoden: Die erste ist wohl die unbewusste. In der Schule, im Internat spielten wir sogenannte Pass Out-Games oder auch Pilotetest (hat damit nichts zu tun, nennt sich nur so). Dabei ging es auch darum jemanden die Luft zu nehmen, bis er mehr oder weniger kurzzeitig bewusstlos wurde (pass out). Dass es mich mal irgendwann sexuell erregt, daran habe ich in den Alter nicht gedacht. Das war noch eine Mutprobe.

Dann kann ich mich noch an etwas erinnern, was unbewusst war, aber von heute aus gesehen, schon eine Erregung in mir brachte. Ich will, oder kann diese Erinnerung nicht sexuell einordnen, denn es war wirklich unbewusst. Ich war in der Obertertia, als unser Internat mal wieder eine Handballmeisterschaft gegen einen Jugendverein und eine Schule des Dorfes hatte. Ich geriet in der Pause mit einem Speiler der anderen Mannschaft aneinander und er drückte mich an die Wand und würgte mich. An sich ja schon eher krass. Aber ich habe mich kaum gewehrt. Da war was, das es in mir zugelassen hat und das ist anders, als ich bin. Ich war nie einer, der sich gerne prügelt, aber ich wusste mich immer zu wehren.

Ein zwei Jahre später, ich hatte unterdessen auch mein Interesse für Männer wie auch für Bondage entdeckt und sammelte meine ersten Erfahrungen, kam es dazu, dass ich mit meinem ersten Bondage-Partner “zufällig” BC-Bilder und Videos auf seinem PC sah. Erst war ich zurückhaltend und sagte nicht, dass mich die Bilder schon irgendwie erregten. Doch zuhause habe ich mich dann mehr über die Bilder, die ich sah, informiert und spürte, dass ich das erleben will. Dem Typen auf den Bildern wurde der Atem mit Tape über Nase und Mund, mit Hand über der Nase und dem Mund oder durch Würgen genommen. Ich fand dann auch Bilder mit Tüten über dem Kopf.

Ich fragte dann meinen Bondagepartner, ob er sich vorstellen könne, das mit mir zu machen. Damals nach völlig unbedacht, ob ich dem Typen auch vertrauen kann. Mit 16 denkt man darüber nicht nach. Man macht einfach.

Der Typ verklebte mir dann zunächst meine Nase und Mund mit Tape. Ich fand das doof und wenig geil anfangs und wir brachen das ab. Ich bekam auch schnell eine Panikattacke. Als er mir die Tüte über den Kopf zog, hielt ich das schon länger aus. Aber das erste Mal war nicht unbedingt ein tolles Erlebnis.

Aber das Thema machte mich trotzdem immer weiter an und so recherchierte ich immer mehr.

Danach kam eine Pause von vier Jahren. Als ich den Master kennen lernte, den ich zuvor erwähnte, wollte ich wieder BC erleben. Ich muss der Person zu 100% vertrauen können. Ich muss wissen, dass die Person nicht ein Spinner ist. Wenn man das erste Mal mit mir BC macht, möchte ich zumindest die theoretische Chance haben, dass ich mir selbst wieder Luft verschaffen kann. Dann fasse ich auch schnell Vertrauen. Wenn ich das Gefühl habe, der Top ist nicht ganz ausgeglichen und rastet schnell aus, dann geht überhaupt nichts in dieser Richtung.

Natürlich weiß ich, dass eine Beschimpfung zum Sklavensein dazu gehört. Das meine ich auch nicht. Es gibt Situationen, an denen man merkt, das war jetzt nicht Master -> Sklave, sondern der Typ ist unausgeglichen. Dann schaltet sich mein Kopf ein und sagt, dem kann man nicht vertrauen. Daran scheiterte letztendlich auch die Beziehung zu dem Master, der mir befahl mich zu rasieren und sofort auszuziehen.

Als ich einmal kurzfristig absagen musste, sperrte er mich sofort auf allen Plattformen, was nicht so schlimm war. Das war halt die Strafe.. Aber als das geklärt war und wir wieder zu einer Session abmachen wollten, machte er am Abend davor Anmerkungen am Telefon, die ich nicht verstand und mir Grund zur Sorge gaben. Ich konnte ihm nicht mehr vertrauen und die Session musste dann auch abgebrochen werden.

MasterMarc: Was würdest du jemandem raten, der selbst noch keine BC-Erfahrungen hat, dies aber erleben möchte? Wie soll er vorgehen?

homeBild2-emobcsm001Rick: Als erstes sollte er versuchen Kontakte zu Leuten zu knüpfen, die Erfahrungen haben. Er sollte sie ausfragen und keine falsche Scham aufweisen… Keine Frage ist zu dumm oder selbstverständlich, um nicht gefragt zu werden.

Er sollte sich nicht alleine auf eine Google-Suche verlassen. Man findet dann sowohl negeativ übertriebende Schilderungen, wie auch zu positive.

Dann ist es wichtig, sich über seinen eigenen gesundheitlichen und körperlichen Zustand bewusst zu sein. Einem Asthmatiker, oder generell Atemwegserkrankten (das gilt auch für Grippen, oder Erkältungen bzw. grippalen Infekten), Herzkranken, Kreislaufschwachen oder andersweitg geschwächten Personen ist von BC absolut abzuraten. Dann muss es einfach ein Fall für das Kopfkino bleiben oder nur eingeschränkt stattfinden.

Ich möchte soweit gehen, dass ich auch zu alten (da mag ich persönlich keine Grenzen setzen, das muss man selber wissen) und übergewichtigen, besonders jenen mit Adipositas von BC abrate, oder empfehle zumindest einen Arzt zu konsultieren. Der hat Schweigepflicht und wenn man nicht direkt nach BC fragen möchte, was ich verstehen kann, dann fragt man nach Apnoetauchen oder nach einer Mount Everest-Besteigung, was in etwa an BC herankommen würde.

Außerdem ist es wichtig, den richtigen Partner dafür zu finden. Kann man ihm vertrauen? Weiß er, was zu tun ist, wenn etwas schiefgeht? Gerät er dann auch nicht in Panik? Ruft er wirklich in einem Notfall auch den Rettungswagen? Ist der Top gesundheitlich selbst fit? Denn was passiert, wenn man ohne frische Sauerstoffzufuhr dort gefesselt liegt und der Top einen Schwächeanfall oder Infarkt erleidet?

Am Besten man hat sein erstes Mal mit einem erfahrenen BC-Top. Niemals sollte BC mit einem Top gemacht werden, den man das erste Mal trifft! Das gilt ja auch für BDSM und SM generell.

Natürlich fängt auch jeder einmal an, dann ist es wichtig, dass man langsam beginnt (ein erfahrener Top wird das sowieso machen, aber trotzdem sollte man das abklären ;)) … Ist auch der Top Anfänger, so gilt das noch viel mehr.

Auf keinen Fall sollte man sofort extremes BC betreiben. Anfänger nehmen die Tüte nach maximal 1 Minute wieder ab, oder das Tape nach 30 Sekunden, usw. Also nur kurze Zeit ohne Luftzufuhr. Dies kann man dann Schritt für Schritt steigern,  bis zur Panik…

Wichtig ist auch, dass man sobald man merkt, er geht nicht mehr oder BC ist doch nicht so das, was einen Anmacht, dem Top das Abbruch-Signal gibt und der Master/Top dann auch sofort die Atemwege des Subs frei macht, um ihm die Sauerstoffzufuhr wieder zu ermöglichen,

Fällt der Sklave nach der Wiederzufuhr von Saustoff ungewollt und länger als ein paar Sekunden in Ohnmacht oder fühlt sich der Sklave/Sub unwohl, SOFORT den Notarzt anrufen und keine falsche Scham. Es geht um das Leben eines Menschen.
Dieses Unwohlsein kann auch Stunden später geschehen. Dann ruft man den Arzt und ist ihm ehrlich gegenüber! Der muss schweigen und wird das niemanden erzählen.

Das klingt jetzt alles so negativ, aber wenn man erstmal weiß, was geschieht, dann ist das logisch und gar nicht mehr negativ.

MasterMarc: Das hört sich nicht negativ an, Rick. Das was du gesagt hast ist wichtig. Neben Vertrauen und Wissen ist nämlich gerade auf der Top-Seite eine weitere Eigenschaft sehr wichtig: Verantwortungsbewusstsein! Ich danke dir für diesen ersten Beitrag zum Thema und freue mich, dass du dich auch weiter hier auf sadOsam um diese interessante Art des Spieles kümmern willst.

Rick: Vielen Dank, dass du mir diie Möglichkeit gegeben hast, über das Thema zu sprechen.

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