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Auf mehrfachen Wunsch nehmen wir auf sadOsam das für viele sehr extrem erscheinende Thema Kastration nochmals auf. Ein von Gerhard (58) geschriebenes Tagebuch gibt Einblick in die Zeit seiner Kastration vor vier Jahren. Im Interview erfahren wir mehr über die Person, seine Motivation für diesen Schritt, die dazugehörenden Gedanken und wie er nun als Kastrat lebt.


kastrationMannsadOsam: Hallo Gerhard. Vor ungefähr drei Jahren hast du doch einen für viele recht radikalen Schritt gewagt und dich kastrieren lassen. Du schreibst auch in deinem Tagebuch, dass das ganze wohl überlegt war. Wie kam es eigentlich dazu, dass du dir die Eier abnehmen lassen hast? Was war deine Motivation für diesen doch für Viele recht drastischen Schritt?

Gerhard: Da muss ich ein wenig weiter ausholen. Ich bin von 1976 bis ca. 1997 fast immer keusch gehalten worden. Danach habe ich meine jetzige Freundin (frühere Herrin) gefunden. Sie hat dafür gesorgt das ich von 1997 bis Frühjahr 2011 sicher im Keuschheitsgürtel verschlossen war. Da meine Herrin aber krank wurde, hatte ich auf ihre Anweisung hin, mir 2007 einen Meister zu suchen. Der bestand von Anfang an das ich mich kastrieren lassen sollte. Da ich schon so lange keusch gehalten wurde, war es kein großes Problem für mich. Die einzige Forderung, die ich hatte, war, dass es ein Arzt machen solle und nicht ein Cutter.

sadOsam: Ich seh schon, du lebst den SM schon sehr lange und ich versteh auch das Prinzip der Keuschhaltung. “Ein Slave soll seine eigene Befriedigung darin finden, andere zu befriedigen.” Da kann die Kastration für einige SMler ein logischer Schritt sein. Wie hast du denn auf diese Forderung deines neuen Masters reagiert? Was ging in dir ab?

Gerhard: Zu Beginn war ich schon sehr erschrocken. Aber nach langen Gesprächen und der Aussicht aus dem doch hinderlichen Keuschheitsgürtel raus zu kommen habe ich dem zugestimmt, wenn es ein Arzt macht. Es hat auch ca. 4 Jahre gedauert bis der Arzt gefunden war.

sadOsam: Somit war die Befreiung des im Alltag doch manchmal störenden Keuschheitsgürtel die Hauptmotivation. Was für Keuschheitsgürtel hast du denn getragen und was waren die Probleme, die du damit hattest?

Gerhard: Einmal war es die Aussich,t aus dem Keuschheitsgürtel raus zu kommen, aber auf der anderen Seite bin ich der Meinung das alle Sklaven kastriert sein sollten. Zu Beginn hatte ich nur ein Schloss durch die Vorhaut und eine Raue Kugel vor der Eichel. Mit Keuschheitsgürtel wurde erst so ab 1992 experimentiert. Erst die recht billigen aus dem Sexshop aus Gelsenkirchen, dann den Latkowski, danach dann 1997 den Neosteel und ab 1999 dann den Reinholds. Den konnte ich ohne Unterbrechungen 11 Monate im Jahr tragen. Nur für die drei Wochen Urlaub wurde er gegen das Schloss durch die Vorhaut getauscht.

Probleme waren neben den anfänglichen Druckstellen und das erlernen der richtigen Hygiene auch das Problem das der Gürtel im Sport, beim Arzt und auch sonst immer angelegt war.

sadOsam: Ich seh, da waren doch einige auch recht kostspielige Keuschheitsgürtel darunter. Kannst du zu Latowski und Neosteel deine Erfahrungen preisgeben? 

Gerhard: Der Latkowski war zur damaligen Zeit noch in der Erprobungsphase, ich war also sozusagen ein Proband. Der war nicht passgenau und viel zu schwer. Nach 6 Monaten testen und immer wieder Veränderungen konnte ich ihn ohne bezahlen wieder zurück geben.

Bei dem Neosteel war ich mit meiner Herrin vor Ort und habe ihn anpassen lassen. Er sollte schließlich genau passen. Der Gürtel war so eng, das ich ihn nur im liegen und mit eingezogenen Bauch zu bekam. Folgen waren zu Beginn starke blutende Druckstellen und nach ca. 6 bis 9 Monaten Magenprobleme. Der Arzt meinte das der Gürtel die inneren Organe wie bei einem Korsett zu weit einschnürt. Das war der Grund das ich dann den Neosteel nicht mehr tragen brauchte. Mit diesen Erfahrungen sind meine Herrin und ich dann zu Reinholds gefahren und haben dort einen anderen Keuschheitsgürtel erworben.

sadOsam: Du sagtst, du hast intensive Gespräche mit deine Master geführt. Was waren so die Inhalte dieser Gespräche und wie reagierte deine Lebenspartnerin und ehemalige Herrin auf diesen Entscheid?

Gerhard: Die Gespräche drehten sich um die Vorteile von kastrierten Sklaven. Das sie williger sind und weniger Widerworte geben. Aber auch die Nebenwirkungen wurden angesprochen. Auch ich hatte mich im Internet erkundigt über Nebenwirkungen und folgen der Kastration erkundigt.

Meine Herrin hat mich zur Kastration noch ermutigt.

sadOsam: “Alle Sklaven sollten kastriert sein.” Kannst du uns erklären, weshalb du dieser doch recht extremen Meinung bist?

Gerhard: Nach der Kastration sinkt die Lust und der Sklave wird wie man so schön sagt recht pflegeleicht. Er gibt weniger Widerworte und befolgt Anweisungen leichter. Aber ich kann nun aus Erfahrung sagen, dass es zwar stimmt, dass man weniger Widerworte gibt aber da die Lust fehlt, fällt es mir recht schwer Anweisungen zu befolgen, die erst nach einiger Zeit erledigt sein sollten.

sadOsam: War nach all den Gesprächen mit dem Master und deiner Freundin die Kastration ein tiefer eigener Wunsch, oder war es mehr der Wunsch, die Wünsche deines Masters – und auch deiner Freundin – zu erfüllen?

Gerhard: Es war dann auch ein Wunsch von mir. Ich habe mich als Sklave überzeugen lassen, dass es für mich das Beste ist. Und bis jetzt bin ich auch sehr zufrieden mit der Entscheidung. Außerdem hat der Arzt bevor er die Kastration durchgeführt hat mich mit fragen überhäuft um fest zu stellen, ob ich es selbst will oder es auf Befehl gemacht werden soll. Wäre es nur auf Befehl gewesen, hätte der Arzt die Kastration nicht durchgeführt.

sadOsam: Ein verantwortungsvoller Operateur zu finden, war sicher nicht einfach. Wie gestaltete sich diese Suche? Wie bist du vorgegangen und worauf hast du besonders geachtet?

Gerhard: Ich habe bei Gayromeo und bei GayRoyal Anzeigen geschaltet. Habe neben vielen “Cuttern” auch von anderen Usern Antworten über einen Arzt erhalten. Da ich aber ein besonders Augenmerk auf Hygiene und Nachversorgung gelegt hatte, kamen die Cutter, auch wenn sie billiger waren, nicht in Betracht.

Nur den erwähnten Arzt finden war dann doch nicht so einfach. Irgendwann hatte ich dann einen User der mich schließlich dann zu dem Arzt führte. Aber auch dann musste ich noch einige Mails schreiben und ein langes Telefon Gespräch mit dem Arzt führen bevor es zum ersten persönlichen treffen gekommen ist.

sadOsam: Kannst du uns kurz erklären was für dich ein “Cutter” ist?

Gerhard: Ein “Cutter” ist für mich jemand der keine Approbation hat, der, ich hoffe es wenigstens, Erfahrung mitbringt.
Die Angebote die ich hatte gingen über “ohne Betäubung”, während einer SM-Session vor Zuschauern und gefesselt, ohne Hygiene sowie ohne Nachsorge. Aber auch die Möglichkeit die Hoden mit einer Zange zu zerquetschen.

sadOsam: Das hört sich eher abschreckend an. Da verstehe ich deine weitergehende Suche. Du schreibst aber in deinem Tagebuch, dass dien Arzt kein Arzt war, aber eine medizinische Ausbildung hatte. Somit hat der aber doch auch keine Approbation, oder täusch ich mich? 

Gerhard: Ich hatte zwei Ärzte. Der erste hatte eine medizinische Ausbildung aber noch nicht abgeschlossen. Bei dem Arzt konnte meine Kastration nicht durchgeführt werden, da das Betäubungsmittel, das er hatte, bei mir nicht wirkte. Auch hatte er keinen Behandlungsraum, so dass die OP bei mir zu Hause gemacht werden sollte. Der zweite Arzt hat eine abgeschlossene Ausbildung mit Approbation und kommt somit auch an Betäubungsmittel, welche bei mir anschlagen. Außerdem hat er einen separaten Behandlungsraum und hat sich, wie es bei mir erforderlich war, auch um die Nachsorge gekümmert.

sadOsam: Danke dass du das präzisiert hast, denn ich denke, dass man gerade bei so einem weitgehenden Eingriff dies nur Profis überlassen sollte. Du lebst nun seit einigen Jahren als Kastrat, hast keine Eier mehr und deine zum Schwanz führenden Nerven wurden durchtrennt. Was hat sich an deinem Körper, deinem Empfinden und deiner Sexualität verändert?

Gerhard: Ja was hat sich geändert? Die anfänglichen Nebenwirkungen habe ich in meinem Tagebuch schon aufgenommen, auch dass ich eine sehr geringe Mengen Hormone erhalte habe ich dort begründet. Die wirkliche Änderung im sexuellem Bereich liegt eigentlich darin das ich seit der Kastration viel mehr kontrolliert werden muss. Zwar gebe ich meinem Meister bei seinen Anweisungen recht, bin leichter zu führen, aber auf Grund fehlender Lust lässt die Ausführung manchmal zu wünschen übrig.
Im privaten Bereich ist es eher umgekehrt, ich bin schneller gereizt und nicht mehr so ausgeglichen.

sadOsam: Empfindest du im sexuellen noch eine Art der Befriedigung? Es gibt ja mehr als nur das Abspritzen. Was ist für dich befriedigend? Haben sich auch neue Arten der Geilheit entwickelt?

Gerhard: Nur wenn ich eine Plastikhose trage finde ich eine Art von Befriedigung. Ich genieße es eine Plastikhose zu tragen. Nur wenn ich eine Plastikhose trage bekomme ich gelegentlich eine Erektion. Zwar kann ich nicht mehr abspritzen, aber es ist ein geiles Gefühl wenn der Schwanz sich aufrichtet. Weitere Arten der Geilheit gibt es nicht mehr. Selbst das Kopf Kino wirkt ohne Plastikhose nicht mehr.

sadOsam: Das hört sich so an, als ob du einiges “verloren” hast. Bist du jetzt rückblickend dennoch froh diesen Schritt vor drei Jahren gewagt zu haben? 

Gerhard: Die Geilheit selbst ist zwar verloren gegangen, aber das wusste ich ja vor dem Schritt. Ich bin auch heute noch voll zufrieden das ich es gewagt habe. Und meinem Sklavendasein tut es keinen Abbruch. Meine Aufgabe ist es anderen zur Befriedigung zu verhelfen in dem ich sie aussauge,

sadOsam: Wie reagieren Leute, wenn du ihnen deine Story erzählst oder sie deine fehlenden Hoden entdecken?

Gerhard: Die meisten Leute sind Interessiert bis hin zu begeistert. Viele sind sehr Neugierig und wollen sich selbst kastrieren lassen. Ich habe seid der Kastration ca. 5000 bis 6000 Anfragen erhalten. Bis auf ca. 20 Stück waren alle positiv. Bei den 20 mal anschreiben handelte es sich um Beleidigungen, Anfeindungen bis hin zu Drohungen.

sadOsam: Beleidigungen und Drohungen sind unschön aber gut dass sie nur ein kleiner Teil der Reaktionen sind. Dein grosser Fetisch sind ja die Plastikhosen. Zum Abschluss würde ich gerne wissen, was dich daran so geil macht, was du an ihnen magst und was sie dir geben?

Gerhard: Ich liebe und genieße die glatte Oberfläche. Ich trage eigentlich fast immer Plastikhosen als Unterhosen und das schon seit über 35 Jahren. Neben der Lust genieße ich einfach das sichere Gefühl.

sadOsam: Herzlichen Dank, dass du dir Zeit für uns genommen hast. Das Schlusswort gehört dir:

Gerhard: Danke, Ich hoffe das ich mit meinem Tagebuch und dem Interview viele Interessierte auf den richtigen Weg führen kann und konnte. Sollte noch einer direkte Fragen haben kann er sich gerne an mich wenden.

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