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Ein Bericht von Master Badomas.


badomas-stehend2[1]Ein Punkt, der mich beim Kennenlernen von SMern immer interessiert, ist, wann und wie sich die ersten Anzeichen für ihre SM-Neigung gezeigt haben. Wenn ich mir selbst diese Frage stelle, gehört in der Antwort die Hauptrolle einer Praktik, die von Beginn meiner SM-Entwicklung an bis heute eine besondere Faszination auf mich ausübt. 

Am Anfang meiner Teenagerzeit saß ich Nachmittag für Nachmittag fasziniert vor dem Fernseher, als die brasilianische Telenovela (ja, das gab’s Anfang der  1990er in Brasilien schon) „Sinha Moça – Die Tochter des Sklavenhalters“ lief. In dieser Serie über die Sklaverei in Südamerika wurden mehr oder weniger regelmäßig Sklaven an einen Pfahl gekettet und ausgepeitscht; jedenfalls regelmäßiger als in irgendeiner anderen Serie, die ich je gesehen habe.

Auch wenn mir noch nicht so wirklich klar war warum, war ich beim zusehen gleichermaßen fasziniert und auch unbewusst erregt. Es dauerte nicht lange, bis ich einen Kumpel dazu überredete, die so geliebten Szenen nachzuspielen. Gefesselt wurde da richtig, aber gepeitscht wurde zunächst nicht mit einer Lederpeitsche, sondern mit wesentlich weicherem Material und meist auch nur auf das T-Shirt. Es war (noch) ein Spiel und ich konnte mir nicht vorstellen, dass es je härter werden oder mehr bedeuten könnte.

Aber wie es so ist, das Ganze entwickelte sich unkontrollierbar weiter und der Tag, an dem ich nackte Rücken und lederne Peitschen sehen wollte, war schneller da, als ich dachte. Es dauerte noch ein bisschen, bis ich so knapp volljährig war, bis ich das erste Mal auch live eine Lederpeitsche auf einem nackten Rücken tanzen sah. Auch das war noch eher spielerisch, doch als sich dann der erste Junge fand, den man dazu nicht überreden musste, sondern der es selbst geil fand, wurden die Schläge härter und die Peitschen vielfältiger.

Was ist es, was mich ganz früh im TV so anzog, dann real schnell fesselte und noch bis heute so sehr fasziniert? Ein Versuch der Erklärung, soweit das überhaupt fassbar und darstellbar ist:

Die Peitsche ist klassisch:

Beim SM fand ich schon immer den Bezug zur „klassischen“ Folter sehr anregend. Der Gedanke an Sklavenplantagen mit Peitschenpfählen, an die Römerzeit oder öffentliche Auspeitschungen auf mittelalterlichen Marktplätzen haben mich schon immer mehr gereizt als die vermeintlich modernen Arten der Folter wie Elektro, Nadelung, Schlafentzug oder ähnliches. Der Anblick eines Sklavenkörpers, der an einen Pfahl gebunden ist oder wie ein X aufgespannt in Ketten hängt und dem allein schon die Androhung von Peitschenhieben und die Aussicht auf eine Bestrafung bzw. Folterung den Schweiß auf den Körper treibt, ist für mich einer der besten Momente. Es scheint ja auch so, dass dieser Anblick durchaus bei vielen Menschen in früherer Zeit einen nicht zu unterschätzenden Reiz hatte. Die Marktplätze waren bei solchen Ereignissen ja Berichten zufolge meist gut gefüllt. Die Vorstellung, in der Rolle eine sadistischen Folterers die Anfeuerungen eines aufgegeilten Mobs an einem wehrlos angeketteten Körper auszulassen, übt eine unvergleichliche Faszination auf mich aus, der ich schwer widerstehen könnte (und kann, wenn ich einen Delinquenten an den Haken hängen habe, wenn auch ohne Mob drumherum).

Die Peitsche ist vielfältig und damit dosierbar:

Beim Auspeitschen kann der Top die Folter perfekt variieren und damit seinem Bottom die gerade gewünschte Behandlung zukommen lassen. Dabei ist neben der Anzahl der Schläge und der Härte, mit der zugeschlagen wird, auch die Art der Peitsche entscheidend. Vom mehrschwänzigen Flogger und bis zur einschwänzigen Bullwhip gibt es viele Abstufungen in der Schmerzwirkung, in der hervorgerufenen Reaktion und natürlich auch in den danach sichtbaren Spuren. Je nachdem, wie, wohin und womit der Top schlägt, wird der Sklave vor Lust stöhnen oder sich vor Schmerzen in den Fesseln winden und schreien. Der Top hat damit bei jedem Schlag in der Hand, ob es in Richtung Lust oder in Richtung Schmerz gehen soll, wobei sich nach meinen Erfahrungen die Grenze zwischen Lust und Schmerz im Laufe einer Auspeitschung deutlich verschieben kann. Was anfangs noch mit Schmerzschreien quittiert wird, löst später nur noch Lustgestöhne aus. Aber auch die andere Richtung ist möglich, wenn es eine wirklich reine Bestrafung sein soll und eine gewisse Grenze überschritten wird. Da kann alle Lust am Schmerz verfliegen und alles, was bleibt ist das Leiden. Vielleicht siegt aber dann trotz (oder gerade wegen) aller Grausamkeit die Lust an der auswegslosen Unterwerfung im Kopf über die Schmerzen am Körper. All diese Ausprägungen haben ihren ganz eigenen Reiz für mich und die Möglichkeit, alles einfach zu kombinieren macht es noch reizvoller.

Die Peitsche kann verdammt hart sein:

Da in mir auch ein ziemlicher Sadist steckt, schätze ich an der Peitsche auch, dass sie leicht die extreme Härte beim SM darstellen kann. Es gibt wohl wenig, was die Schmerzwirkung einer harten Auspeitschung erzielt, ohne bleibende Schäden zu hinterlassen. Selbst eine harte Auspeitschung kann, anders als in den meisten Filmen dargestellt, ohne spritzendes Blut und bleibende Verletzungen und Vernarbungen abgehen und wird auch ohne solche meist ungewollte Auswirkungen ihren Effekt nicht verfehlen. Hier ist die Wahl der Peitsche ein entscheidender Faktor. Während die Bullwhip plötzliche und extrem schneidende Schmerzen verursacht, werden die Lederriemen einer Mehrschwänzigen je nach Breite und Zuschnitt Schmerz von schneidend bis großflächig brennend auf dem Körper des Sklaven erzeugen. Die härteste Version liefert nach meiner Erfahrung die mehrschwänzige Peitsche aus geflochtenen Strängen. Durch die schwereren Stränge ist das Auftreffen solcher Peitschen deutlich heftiger als bei den Riemenpeitschen und der Schmerz für den Sklaven entsprechend höher, da er tiefer geht. Vorsicht ist dann nur geboten, da das Treffen mit den schweren Peitschensträngen auch rein physiologisch anders wirkt. Während mit leichterem Leder am ehesten erstmal Rötungen die Folge sind, ergeben die schweren Stränge leicht auch Blutergüsse und blaue Striemen, die auch über längere Zeit sichtbar sein können.

Die Peitsche hinterlässt einen Eindruck

Auspeitschen gibt sowohl dem Top als auch dem Bottom etwas, woran sie bei entsprechender Anwendung kürzer oder länger erinnert werden. Ganz ohne sichtbare Auswirkungen kann man praktisch nicht peitschen. Wenn es kein Lederstreicheln werden soll, sind zumindest Rötungen, die für ein paar Stunden sichtbar sind, praktisch zwangsweise die Folge.

Will man das, ist aber auch ohne sonderliche Gefährdung eine längere Erinnerungshilfe an die Auspeitschung leicht zu erreichen. Je nach Anwendung können Riemenpeitschen auch Rötungen hinterlassen, die Top und Bottom auch am nächsten Tag noch optisch an die Aktion erinnern. Spürbar sind diese Rötungen jedoch oft nur durch ein Hitzegefühl an den betroffenen Körperpartien. Die schwereren Peitschen hingegen liefern bei entsprechender Härte auch leicht blaue Flecken, die mehrere Tage sichtbar sind und die den Bottom beim Sitzen oder Anlehnen oder auch nur durch das Tragen seiner Klamotten noch spürbar an das Erlebnis der Auspeitschung zurückdenken lassen. Kam eine Single-Tail-Whip, also z.B. eine Bullwhip zum Einsatz, sind die blutunterlaufenen Striemen oft auch noch länger zu sehen. Bei solchen Peitschen ist, sollte das gewollt sein, auch am leichtesten eine noch heftigere Spurenlage zu erreichen. Sobald es aber, wenn auch vielleicht nur in geringem Maße, blutig zugeht, sollte der Top an die nötige Sorgfalt in Bezug auf gesundheitliche Auswirkungen denken. Am günstigsten ist in solchen Fällen natürlich, Peitschen, die mit Blut in Berührung kommen, jeweils nur an einem Bottom anzuwenden, da sich speziell geflochtene Peitschenstränge sehr schlecht reinigen lassen.

Wie weit es geht, müssen Spielpartner für sich entscheiden. Ich persönlich bin nicht auf der Suche nach blutigen Erlebnissen, finde es allerdings unheimlich reizvoll, einen Bottom für eine bestimmte Zeit zu kennzeichnen und ihm damit über die begrenzte Zeit der Session hinaus seine Rolle bewusst zu machen und ihn an den evtl. vorhandenen Grund für seine Bestrafung länger zu erinnern. Gab es keinen Grund – den muss es ja nicht immer geben – ist zumindest die Erinnerung an seine Stellung damit eindrücklich wach gehalten. Der Anblick meines Werkes auf einem gepeitschten Sklavenkörpers oder die Nachricht „Ich wusste gar nicht, dass Lümmeln auf der Couch so weh tun kann!“ machen mich irgendwie einfach an.

Soweit der Versuch einer Deutung dessen, was mich an dieser Ausprägung des SM so fasziniert. Erschöpfend erklären werde ich es wohl niemals können, was sich in meinem Kopf und zugegebenermaßen auch deutlich weiter unten abspielt, wenn sich ein Körper mit den Spuren meiner Arbeit vor mir in den Ketten windet. Wo das herkommt? Ich weiß es nicht, … aber ich genieße es

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