Das gesellschaftliche Leben ruht für über ein Jahr und dies merken auch wir Kinkster. Viele Bars, Clubs sind geschlossen, Events finden nicht statt und das organisierte Kink-Leben mit Veranstaltungen usw. ist praktisch inexistent. Es ist uns wichtig dass wir uns langsam wieder darauf vorbereiten, uns sobald als möglich wieder ins kink Leben zu stürtzen. Deshalb werden wir regelmässig mit Exponenten der Community und mit Veranstaltern über die Covid-Zeiten und wie es weiter geht reden. Den Anfang machen wir mit Klaus Kirschner, dem Sprecher des LFC, dem Dachverand der deutssprachigen Fetishclubs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.


Der Schaden für die Community durch covid ist schwer abzusehen

Hallo Klaus. Die Tage “feiern” wir das 1 Jahr Jubiläum seit dem ersten Lockdown in Deutschland, Österreich und in der Schweiz im März 2020. Das war eine richtige Zäsur des sozialen Lebens. Wie siehts mit der Kink Community nach einem Jahr Social Distancing aus?

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In diesem Zusammenhang von “feiern ” zu sprechen, fällt mir etwas schwer. Feiern hat ja eigentlich mit etwas Schönem zu tun.

Es ist schwer, hier etwas zu sagen. Das Vereinsleben unserer Mitglieder ruht und Informationen sind schwer zu bekommen. Fakt ist aber, dass die Community Schaden nimmt. Die Läden sind geschlossen und viele Menschen leiden unter der Einsamkeit.

Du hast definitiv recht, der Kinkster ist nicht für Social Distancing gemacht. Allein fürs Spielen brauchen wir ja schon Partner, und die sind ja bei vielen nicht im gleichen Haushalt. Du bist ein profunder Kenner der Szene. Welchen Schaden denkst du wird die Community erleiden und wie können wir den minimieren?

Das stimmt. Einige halten sich an die Empfehlung der DAH und beschränken sich auf einen oder zwei “Dauerspielpartner “.

Meine persönliche Meinung ist, dass uns nur ein schnelles Impfen hilft. Eine kleine Hilfe dürften auch die Selbsttests darstellen. Damit wäre bei privaten Sessions ein bisschen Sicherheit gegeben. Bleibt aber immer noch das Problem mit den Beschränkungen der Anzahl der Personen, mit denen man sich treffen darf. Und so schwer es auch fällt, daran sollte man sich halten. Aber auch das, entscheidet schließlich jeder für sich selbst.

Der Schaden für die Community ist schwer abzusehen. Fakt ist, dass sicher viele Einrichtungen Corona nicht überleben werden. Gerade die “geschützten Räume ” werden fehlen. Wie sich das Ganze auf die Betroffenen auswirkt, lässt sich noch nicht absehen. Ich denke, dass liegt dann auch ein Stück weit in unseren Händen, wie weit sich die Community gegenseitig hilft.

Wie versuchen sich die Vereine die mit Clublokalen solche geschützten Räume bieten über Wasser zu halten und weisst du schon von definitiven Schliessungen?

Die meisten helfen sich mit Rücklagen, die für Instandhaltungen gedacht waren oder mit Spenden von Mitgliedern und Gästen. Schließungen sind mir noch nicht bekannt. Zum Glück.

Wir müssen zusammenhalten und uns gegenseitig helfen

Da bin ich auch froh. Ich denke wichtig wird sein, dass WIR ALLE die Angebote auch wieder nutzen, wenn sie wieder vorhanden sind. Hast du ein wenig ein Überblick, wie die Vereine planen, wann Sie ihre Aktivitäten wieder hochfahren?

Alle Vereine stehen mit ihren Veranstaltungen in den Startlöchern. Zumindest mit denen, die keinen großen Vorlauf brauchen. Es steht und fällt aber alles mit den behördlichen Auflagen.

Es gibt aber auch Veranstaltungen die mehr Vorlauf brauchen. Die Mr. Fetish Germany wahlen, wofür deine Organisation verantwortlich ist, ist so eine. Wie sieht es diesbezüglich so aus?

Aktuell gehen wir davon aus, dass der nächste Mr. Fetish Germany erst im November 2022 für das Jahr 2023 gewählt wird. Vorraussetzung für die Teilnahme ist ja ein regionaler Titel. Und das wird aus heutiger Sicht, wohl erst 2022 wieder losgehen.

Hoffen wir mal, dass mit den Massenimpfungen bald auch wieder das Kink-Leben wieder durchstarten kann. Doch was willst du uns für die kommende Zeit ans Herzen legen?

Meine Bitte an die Community ist, haltet zusammen und helft euch gemeinsam über diese schwierigen Zeiten hinweg. Und vor allem, sobald es wieder erlaubt ist, besucht die Veranstaltungen und Einrichtungen. Die Community muss gestärkt aus der Krise kommen.

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